Kannada
Kannada ist eine Sprache, die der drawidischen Sprachfamilie zugeordnet werden kann. Sie wird im Süden von Indien gesprochen, in erster Linie ist sie im Bundesstaat Karnataka verbreitet. Rund 38 Millionen Menschen sprechen Kannada. Bangalore, die Haupstadt Karnatakas, gehört zu den modernsten Städte Indiens und gilt als Zentrum der nationalen Software Industrie. Traditionelle Tempel und uralte Traditionen triftt man dort ebenso an wie geschäftige Business Center und trendige Shops, die auch westliche Kosmetikartikel wie System Professional im Angebot führen. Kannada ist eine der vier großen drawidischen Sprachen neben Tamil, Malayalam und Telugu. Mit den Sprachen, die im Norden von Indien gesprochen werden, ist Kannada nicht verwandt. Die Sprache wurde aber durch das Sanskrit zum Teil stark beeinflusst. Eine sehr große Zahl an Lehnwörtern aus dieser klassischen Sprache des Hinduismus ist ein Fakt, der auf die Nähe von Kannada und Hindi hinweist, es sind aber auch strukturelle Merkmale ähnlich.
Sprecher des Kannada werden als Kannadiga bezeichnet. Außer in Karnataka gibt es sprachliche Minderheiten in den angrenzenden Regionen des Bundesstaates, so in Andhra Pradesh, in Mahrashtra und in Tamil Nadu. Erst in jüngerer Zeit entwickelte es sich, dass Kannada unter den Indern, die im Ausland leben, wie zum Beispiel in den USA oder in Australien, gesprochen wird. In Indien ist Kannada eine der insgesamt 22 Nationalsprachen. Es gibt in der Sprache vier Dialektgruppen, die wiederum aus verschiedenen Unterdialekten bestehen. Es gibt den westlichen, den nördlichen und den nordöstlichen Dialekt, wobei die beiden letztgenannten durch Marathi, die indoarische Sprache des benachbarten Bundesstaates Mahrashtra, beeinflusst wurden.
Des Weiteren gibt es verschiedene Kastendialekte und Soziolekte. Die größten Unterschiede machen sich in den Dialekten der Brahmanen und der Nichtbrahmanen, sowie der Dalit-Dialekte bemerkbar. Fast scheint es, als handele es sich um verschiedene Sprachen. In jüngster Zeit spielen die Soziolekte eine weitaus größere Rolle, als die Kastendialekte. Die Umgangssprache unterscheidet sich im Kannada zum Teil recht stark von der Schriftsprache. Die Diglossie, also die Zweisprachigkeit, ist dabei aber weitaus weniger ausgeprägt, als zum Beispiel in der tamilischen Sprache. Dennoch ist es für einen Nichtmuttersprachler schwer, in den beiden Sprachformen ein und dieselbe Sprache zu erkennen.