Telugu

Telugu wird in Indien gesprochen und ist hier eine der zahlreichen offiziellen Amtssprachen. Am weitesten verbreitet ist Telugu im Bundesstaat Andhra Prad und in den Bundesstaaten, die an diesen direkt angrenzen. Rund 74 Millionen Menschen sprechen diese Sprache als Muttersprache und weitere fünf Millionen Leute werden gezählt, wenn Telugu als Zweitsprache betrachtet wird. Telugu wird zu den drawidischen Sprachen gezählt und gilt innerhalb dieser Sprachengruppe als diejenige, die am häufigsten gesprochen wird.

Telugu ist keine einheitliche Sprache, sondern es gibt noch eine Reihe von regionalen Dialekten und drei sozialen Dialekten. Letztere sind im Einzelnen Brahmanisch, Harijan und Nichtbrahmanisch. Die Soziolekte kommen dadurch zustande, dass in Indien das Kastenwesen verbreitet ist. Die einzelnen Dialekte werden teilweise untereinander nicht einmal verstanden, was es für einen Übersetzer nicht eben leichter macht. Die Unterschiede bestehen zum Beispiel in Bezug auf die Schriftsprache und auf die gesprochene Sprache. Beide können sich teilweise so unterscheiden, dass man meint, man hätte zwei verschiedene Sprachen vor sich. Wortschatz und Syntax unterscheiden sich deutlich.

Telugu wird zu den sogenannten agglutinierenden Sprachen gerechnet und die Differenzierung in der Bedeutung vieler Wörter gelingt durch das Anhängen oder Weglassen von Nachsilben. Die Sprache wurde in der Vergangenheit sehr stark durch das Sanskrit beeinflusst, wie das bei vielen drawidischen Sprachen der Fall ist. Heute gibt es aber auch eine moderne Form der Schriftsprache, die der Umgangssprache in der Vergangenheit angepasst wurde. In den Medien ist diese Sprache sehr stark verbreitet, auch in den Schriften wird sie nach und nach übernommen. Immer noch gibt es aber zahlreiche Lehnwörter, die dem Sanskrit entstammen. Damit ist es nicht mehr ganz so stark notwendig, zwischen der Schriftsprache und der Umgangssprache zu unterscheiden, Unterschiede sind aber immer noch vorhanden und dürfen nicht völlig außer Acht gelassen werden. Das gilt vor allem im Bereich der sozialen Dialekte.